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WiR lehnt teure Symbolpolitik bei Speiseöl-Sammelstellen ab

Die hessische Verbraucherinformation betont, dass Speiseöle und Fette in Rohrleitungen Ablagerungen bilden und im schlimmsten Fall Verstopfungen verursachen. Auch in Kläranlagen führen sie zu Problemen und erhöhen den Reinigungsaufwand. Wer Ölreste einfach im Abfluss entsorgt, riskiert damit nicht nur Schäden an der Infrastruktur, sondern auch zusätzliche Kosten für die Allgemeinheit.

Doch wohin mit den Speiseöl Abfällen? Und wieviel fällt denn da eigentlich bei einem Privathaushalt an? Objektiv betrachtet, ist das sehr wenig. Vor allem, wenn man keine Fritteuse benutzt. Also sammelt man das anfallende Öl in einem Glasbehälter und dann entweder im Restmüll entsorgen oder im Schadstoffmobil beim ZAW oder am Wertstoffhof zum Recycling abgeben. Aus den Sammlungen wird Biodiesel produziert. Das begrüßen WiR auch.

Dennoch hatten WiR den ursprünglichen Antrag der GRÜNEN für zusätzliche Speiseöl-Sammelstellen im Ort abgelehnt, dem modifizierten Prüfantrag dann aber mit einer Enthaltung letztlich zugestimmt. Prüfanträge sind grundsätzlich zunächst in Ordnung, da hiermit noch kein konkreter Auftrag an den Gemeindevorstand etwas umzusetzen verbunden ist. Aber mit einem solchen Prüfantrag wird die Verwaltung aktuell erneut unnötigerweise belastet. Und die notwendige Recherche hätte man als Antragsteller schon vorab machen können.

Aus unserer Sicht soll hier erneut ein Projekt auf Kosten der Gemeinde bzw. des ZAW vorangetrieben werden, obwohl für private Kleinstmengen bereits funktionierende Entsorgungs- und Recyclingwege via des ZAW über die Restmülltonne und das Schadstoffmobil existieren. Auch in unserem Wertstoffhof befindet sich bereits eine Sammelstelle für Speiseöle und -fette. Trotz Kontrolle kam es hier schon zu Kontaminierungen mit Motoröl, sodass alles kostenpflichtig entsorgt werden musste. Wer nun eine neue zusätzliche Sammelstruktur fordert, muss zuerst klären, was sie kostet, wer sie kontrolliert und welchen echten Mehrwert sie überhaupt bringt.

Nach Angaben des ZAW ist das Aufkommen im Landkreis so gering, dass eine zusätzliche Sammelstelle aus seiner Sicht nicht erforderlich ist. Wenn der zuständige Verband selbst sagt, dass sich das nicht lohnt, dann sollte die Gemeinde keine Parallelstruktur schaffen, die am Ende nur Geld kostet und neue Probleme erzeugt. Zumal das Thema der Haftung gar nicht klar ist. Wer haftet bei vorsätzlichem Falsch befüllen des Containers? Was passiert, wenn jemand den Container umwirft?

Denn mit einer einzigen Sammelstelle ist es erfahrungsgemäß nicht getan. Andere Kommunen setzen auf mehrere Containerstandorte im gesamten Ort. Das bedeutet mehr Aufwand, mehr Kontrollbedarf und mehr Risiko für Fehlwürfe, Verunreinigungen und wilde Ablagerungen. Die Erfahrungen mit Altglas- und Altkleidercontainern zeigen leider nur allzu deutlich, wie schnell gut gemeinte Sammelangebote das Ortsbild belasten können.

Im Ausschuss konnten die grünen Antragsteller auf unsere konkreten Nachfragen keine überzeugenden Antworten liefern. Genau das ist der Kern des Problems: Statt belastbarer Fakten und eines durchdachten Konzepts gibt es nur wohlklingende Absichtserklärungen. Für WiR ist das keine seriöse Grundlage für kommunale Ausgaben.

Auch beim tatsächlichen Bedarf bleiben erhebliche Zweifel. In Deutschland fällt zwar Speiseöle und Altfette in nennenswertem Umfang an, doch aus Privathaushalten wird bislang nur ein sehr kleiner Teil separat erfasst. Der weitaus größere Anteil stammt aus Gastronomie und Industrie, die ohnehin zur getrennten Entsorgung verpflichtet sind.

WiR steht für einen vernünftigen Umgang mit den vorhandenen personellen Ressourcen, Steuergeldern und für Lösungen, die wirklich einen echten Mehrwert liefern.

 

Matthias Monien und das WiR Redaktionsteam

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