WiR in Roßdorf: Eine persönliche Bilanz nach zehn Jahren unabhängiger Kommunalpolitik
Anmerkung: Dieser Artikel sollte eigentlich in dieser Woche, am 15.01.2026 im Roßdörfer Anzeiger erscheinen, wurde aber seitens des Verlags und den neuen selbst erlassenen "Veröffentlichungsregeln" des Verlages nicht zugelassen.
Bei uns im Netz lesen Sie den kompletten Artikel in ganzer Länge schon diese Woche.
Seit Mai 2017 wirke ich als Beigeordneter aktiv im Gemeindevorstand mit, zunächst unter Bürgermeisterin Sprössler, nun unter Bürgermeister Zimmermann.
Welche Rolle hat der Gemeindevorstand?
Der Gemeindevorstand ist das Verwaltungsorgan der Gemeinde – das ist seine zentrale Aufgabe nach der Hessischen Gemeindeordnung. Ich führe meine Arbeit im Vorstand sehr gerne aus und ich glaube, dass auch die anderen 7 Mitstreiter diese ehrenamtliche Arbeit gerne machen. Ohne Parteizugehörigkeit kann ich jedoch unabhängig nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden – eine Stärke, die ich nicht missen möchte.
Doch in jüngster Zeit trüben Spannungen das Klima: Der Ton in den Gemeindevertretungssitzungen ist rauer geworden. Manche Vertreter scheinen persönliche Konflikte mit dem Bürgermeister auszutragen, andere stellen die Fachkompetenz der Verwaltung in Frage. Das Ergebnis: Die Gemeindevertretung verklagte sogar den Gemeindevorstand, warf ihm mangelnde Arbeitsgeschwindigkeit vor – obwohl dieser mit Mitgliedern aller Parteien besetzt ist.
„Liegen die Konflikte daran, dass die direkte Information aus der Verwaltung oder vom Bürgermeister fehlen, oder dass der Bürgermeister keine Mehrheit mehr hat?", frage ich mich oft. Das Vertrauen ist beschädigt, eine sachliche demokratische Zusammenarbeit leidet darunter.
Die Finanzwirklichkeit
Kommunen geraten bundesweit unter Druck, wie wir aus der Presse entnehmen können – auch Roßdorf bleibt davon nicht verschont. Bürgermeister Zimmermann macht oft die angespannte Lage deutlich: Der Haushalt 2026 zeigt die Grenzen auf.
Wenn Geld knapp wird, fallen zunächst freiwillige Leistungen weg – die Zeiten großzügiger Annehmlichkeiten sind definitiv vorbei. Das muss jedem Bürger klar sein. Förderprogramme helfen, doch am Ende zahlen wir Bürger diese Mittel selbst – mit den zuvor einbehaltenen Steuern.
Bleibt die unbequeme Wahrheit: Steuererhöhungen drohen, um den Haushalt auszugleichen. Ich frage mich: „Wollen wir jedes Jahr aufs Neue an der Steuerschraube drehen?"
Die Bundesregierung finanziert über Kredite und „Sondervermögen" – sollen die geplanten Wünsche, wie Trinkbrunnen, beleuchtete Radwege, Kunstrasenplätze etc. in Roßdorf nun auch alle über neue Schulden bezahlt werden, die wir irgendwann alle später zurückzahlen müssen? Schon die Pflichtaufgaben belasten durch neue Kredite den Haushalt zukünftig stark.
Ein Aufruf zur Selbstbestimmung
Am 15. März 2026 haben die Roßdörfer ihre Stimme: Sie können mit Ihrer Wahl entscheiden, welche Richtung die Gemeinde politisch in Zukunft einschlägt. WiR und ich danken bereits jenen Bürgern, die im Austausch mit uns ihre Unterstützung bekunden.
Die Botschaft ist klar: Kommunale Verantwortung braucht weniger Ideologie, mehr sachliche Arbeit – und Bürgerbeteiligung, die über bloße Wahlen hinausgeht.
Herzlichst Ihr Klaus Seibert

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Michael Schönbein (Montag, 12 Januar 2026 11:33)
Hallo Klaus,
mit Deinem Statement ist die aktuelle Situation in unserer Gemeinde sehr treffend beschrieben.
Ich wünsche Dir und der WiR Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl 2026 großen Erfolg.